Sonntag, 3. Januar 2016

#Update 2&3 - Die Wochen sind gezählt

Während draußen zarte, kleine, weiße Flocken vom Himmel fallen und in den Straßen ein Stromausfall herrscht, sitze ich am Laptop und bete innerlich darum, das mein Akku noch eine Weile durchhält. Denn wenn ich ehrlich bin kann ich sonst nichts mit mir anfangen. Was haben die Menschen früher bloß ohne Strom gemacht? Aber egal, ich schleife vom Thema ab. Eigentlich sollte ich gerade dabei sein zu saugen, aber da es wegen der gegeben Umstände nicht klappt, dachte ich mir die Zeit eignet sich gut um die längst überfälligen Blogeinträge zu schreiben. Ich habe mal wieder keinerlei Ahnung wo ich anfangen soll. Ende November stand mein Kurzbesuch zuhause an – also begann meine kleine Reise um fünf Uhr morgens, als ich auf den Weg zum Bahnhof war. ( Jetzt folgt nur noch eine kleine Zusammenfassung des weiteren Dramas dieser Reise.) Durch irgendeinen Polizeieinsatz wurde ein Teil des Wiener Verkehrssystem lahm gelegt -> folge daraus: ich verpasste natürlich meinen Zug. Dann fuhren die Züge von Wien nach München nicht mehr durch, sondern im Salzburg erfolgte eine Ausweiskontrolle in einem gesonderten Zug. Und nach gefühlten Jahren erreichte ich gegen Abend endlich mein Ziel. Die Tage zuhause vergingen natürlich wie im Flug und nach vier Tagen stand ich wieder auf österreichischen Boden und ordnete mich in den Alltag ein. Kurz danach kam hier auch der erste Schnee an, der sogar einen ganzen Tag liegen blieb. Aus Schlitten fahren oder Ski fahren wurde leider trotzdem nichts, wäre ja zu schön gewesen.


Im Dezember folgte dann der Weihnachtswahnsinn. Ich hatte immer gedacht, ich wüsste wie voll die Stadt sein kann, doch zur Weihnachtszeit wurde mir erst bewusst, wie leer die Innenstadt sonst ist. Und um die Stadt zu meiden, habe ich beschlossen, die Weihnachtsmärkte abzuklappern. Wien hat echt viele schöne Weihnachtsmärkte. Schloss Schönbrunn, Rathausplatz, Karlsplatz. Aber wirklich in Weihnachtsstimmung haben mich weder diese Plätze, noch die Weihnachtsmusik im Radio und schon gar nicht das Wetter gebracht. Das einzige, was etwas Weihnachtsfeeling bei mir auslöste, waren meinen Adventskalender..und obwohl ich echt Angst hatte, dieses Jahr ohne Kalender leben zu müssen, haben mich einige liebe Menschen letzten Monat sehr sehr glücklich gemacht! Und dann stand ich vor gut zwei Wochen vor dem Flughafen Wien, auf der einen Schulter meine Reisetasche, in der anderen Hand den Gebäudeplan und wusste nicht wirklich viel mit mir anzufangen. Doch keine Stunde später saß ich im Gate, hielt meine Boardkarte in der Hand, mein Gepäck war irgendwo auf den Weg in den Flieger, während ich vor Vorfreude kaum still sitzen konnte. (ob nun Vorfreude auf meine Familie oder die Vorfreude endlich mal in meinem Flugzeug sitzen zu können, darüber kann man streiten.) Wenn ich mir bei einem sicher sein kann, dann das mich mein Sitznachbar wahrscheinlich für seltsam gehalten hat. So wie ich am Fenster geklebt habe und vor mich hin gegrinst habe, kann ich ihn sogar verstehen. Nachdem ich also gut achtzig Minuten die Welt von oben betrachten dürfte, musste ich auch schon wieder landen. In Leipzig war im Gegensatz zu Wien gar nichts los, der Flughafen war wie ausgestorben. Nach Passkontrolle und einsammeln meines Gepäcks - erwartete mich bereits meine Familie. ( Tantchen falls du das liest, kram dein Kalender heraus und mach dir ein rotes Kreuz, sie waren pünktlich!) Die Tage vor und nach Weihnachten waren echt wirklich toll, aber deutlich zu kurz. Ich frage mich, wann ich endlich herausfinde, warum die Tage die man am meisten genießen will, so schnell vergehen und die unnötigen Tage sich wie Kaugummi ziehen. 



Nach guten vier Monaten als Aupair, nach vier Monaten in Österreich kann ich einiges behaupten. Ich habe viele Dinge hinzugelernt, ich haben einen weiteren Teil von mir selbst kennengelernt und gemerkt das nichts die Familie/ das gewohnte Umfeld ersetzten kann. Und ein weiterer größerer Punkt : ich habe das Aupairleben sowas von satt^^ Es steht außer Frage, das ich gerne mit den beiden Jungs zusammen bin, gerne mit ihnen Zeit verbringe, aber das wars auch. Ich bin froh, das ich diese Erkenntnis machen dürfte, denn nun weiß ich, dass ich diesen Weg nicht nochmal wählen werde. Das und ein paar andere Dinge waren ausschlaggebend dafür, das ich meine Zeit hier verkürzen werde und nun meine letzten zwei Monate hier auf mich warten. Ich bereue die Entscheidung nicht, jedes abgeschlossene Kapitel macht Platz für ein neues. 


                                       Allerliebste Grüße und bis bald, Charleen. 

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