Mittwoch, 27. Januar 2016

Ein Tag in meinem Leben als Aupair

6:45 - 8:00 : Wenn um halb acht alle das Haus verlassen haben, bricht für uns die Frühstückszeit an. Jogurt mit Müsli und Früchten zählt zu unseren Favoriten! In der Regel frühstückt er schon früher mit seinem Bruder, doch isst dann gemeinsam mit mir nochmal das Restmüsli. 


8:30 - 9:30 : Nachdem der Tisch abgeräumt und abgewischt wurde, geht es für uns eigentlich fast immer raus. Entweder laufen wir die Straße rauf und runter, drehen mit dem Kinderwagen eine Runde durch den Ort oder machen einfach nur Seifenblasen im Garten. Zuhause gibt es dann nochmal einen kleinen Snack z.b eine Minigurke, Fruchtriegel, Striezel oder Knabbernossi, damit er nicht wegen Hunger aufwacht.


9:45 - 10:00 : Gewappnet mit zwei Büchern, Schnuller, Wasserflasche und einem Edi ( Kuscheltier) geht es dann in Richtung Bett. Wo dann der sogenannte "Mittagsschlaf" gehalten wird. Vorher wird noch die Windel gewechselt und die Hände gewaschen, ehe die Rollos herunterfahren und es Zeit fürs Bett ist. 



10:00 - 12:00 : Wenn der kleine dann schläft, erledige ich Dinge wie Geschirrspüler aus und einräumen..Wäsche waschen oder auf und abhängen..Spielzeug aufräumen..Wäsche einräumen. Nicht immer alles auf einmal sondern einfach das, was an dem Tag ansteht. Sobald ich alles als geschafft abhaken kann, habe ich meine Pause und schaue eine Serienepisode auf Netflix oder Youtubevideos, schreibe/ skype mit Freunden..solange bis er ausgeschlafen hat.


12:00 - 12:45 : Sobald er wach ist, ist der nächste Halt der Wickeltisch und es gibt eine neue Windel mit und mal ohne Drama. Meist gibt es auch gleich danach Mittag, was auch immer abhängig davon ist ob nur wir beide zuhause sind oder ein Elternteil samt großem Bruder eher nachhause kommt, dann essen wir alle zusammen. Doch grundsätzlich essen wir beide eigentlich immer alleine und dann entweder Reste vom Abendessen oder das, wonach uns an diesem Tag ist.


13:00 - 14:15 : Wenn wir mit dem Essen fertig sind variiert das Programm. Entweder er spielt alleine mit dem Kinderwerkzeugkasten oder dem Arztkoffer, oder wir kochen gemeinsam was in der Kinderküche, malen, basteln und matschen mit Farbe oder lesen einfach nur Bücher. Manchmal sitzen wir aber auch nur auf dem Sofa und machen quatsch und lachen uns tot. :-)


Dann werde ich auch schon von einem Elternteil abgelöst. Und während die Kids dann zum Kinderturnen, zur Musikschule oder zu Freunden fahren, gehe ich runter in mein Zimmer, lege mich entweder ins Bett und verbringe etwas Zeit mit Netflix oder fahre in kurz in die Stadt.



Sonntag, 3. Januar 2016

#Update 2&3 - Die Wochen sind gezählt

Während draußen zarte, kleine, weiße Flocken vom Himmel fallen und in den Straßen ein Stromausfall herrscht, sitze ich am Laptop und bete innerlich darum, das mein Akku noch eine Weile durchhält. Denn wenn ich ehrlich bin kann ich sonst nichts mit mir anfangen. Was haben die Menschen früher bloß ohne Strom gemacht? Aber egal, ich schleife vom Thema ab. Eigentlich sollte ich gerade dabei sein zu saugen, aber da es wegen der gegeben Umstände nicht klappt, dachte ich mir die Zeit eignet sich gut um die längst überfälligen Blogeinträge zu schreiben. Ich habe mal wieder keinerlei Ahnung wo ich anfangen soll. Ende November stand mein Kurzbesuch zuhause an – also begann meine kleine Reise um fünf Uhr morgens, als ich auf den Weg zum Bahnhof war. ( Jetzt folgt nur noch eine kleine Zusammenfassung des weiteren Dramas dieser Reise.) Durch irgendeinen Polizeieinsatz wurde ein Teil des Wiener Verkehrssystem lahm gelegt -> folge daraus: ich verpasste natürlich meinen Zug. Dann fuhren die Züge von Wien nach München nicht mehr durch, sondern im Salzburg erfolgte eine Ausweiskontrolle in einem gesonderten Zug. Und nach gefühlten Jahren erreichte ich gegen Abend endlich mein Ziel. Die Tage zuhause vergingen natürlich wie im Flug und nach vier Tagen stand ich wieder auf österreichischen Boden und ordnete mich in den Alltag ein. Kurz danach kam hier auch der erste Schnee an, der sogar einen ganzen Tag liegen blieb. Aus Schlitten fahren oder Ski fahren wurde leider trotzdem nichts, wäre ja zu schön gewesen.


Im Dezember folgte dann der Weihnachtswahnsinn. Ich hatte immer gedacht, ich wüsste wie voll die Stadt sein kann, doch zur Weihnachtszeit wurde mir erst bewusst, wie leer die Innenstadt sonst ist. Und um die Stadt zu meiden, habe ich beschlossen, die Weihnachtsmärkte abzuklappern. Wien hat echt viele schöne Weihnachtsmärkte. Schloss Schönbrunn, Rathausplatz, Karlsplatz. Aber wirklich in Weihnachtsstimmung haben mich weder diese Plätze, noch die Weihnachtsmusik im Radio und schon gar nicht das Wetter gebracht. Das einzige, was etwas Weihnachtsfeeling bei mir auslöste, waren meinen Adventskalender..und obwohl ich echt Angst hatte, dieses Jahr ohne Kalender leben zu müssen, haben mich einige liebe Menschen letzten Monat sehr sehr glücklich gemacht! Und dann stand ich vor gut zwei Wochen vor dem Flughafen Wien, auf der einen Schulter meine Reisetasche, in der anderen Hand den Gebäudeplan und wusste nicht wirklich viel mit mir anzufangen. Doch keine Stunde später saß ich im Gate, hielt meine Boardkarte in der Hand, mein Gepäck war irgendwo auf den Weg in den Flieger, während ich vor Vorfreude kaum still sitzen konnte. (ob nun Vorfreude auf meine Familie oder die Vorfreude endlich mal in meinem Flugzeug sitzen zu können, darüber kann man streiten.) Wenn ich mir bei einem sicher sein kann, dann das mich mein Sitznachbar wahrscheinlich für seltsam gehalten hat. So wie ich am Fenster geklebt habe und vor mich hin gegrinst habe, kann ich ihn sogar verstehen. Nachdem ich also gut achtzig Minuten die Welt von oben betrachten dürfte, musste ich auch schon wieder landen. In Leipzig war im Gegensatz zu Wien gar nichts los, der Flughafen war wie ausgestorben. Nach Passkontrolle und einsammeln meines Gepäcks - erwartete mich bereits meine Familie. ( Tantchen falls du das liest, kram dein Kalender heraus und mach dir ein rotes Kreuz, sie waren pünktlich!) Die Tage vor und nach Weihnachten waren echt wirklich toll, aber deutlich zu kurz. Ich frage mich, wann ich endlich herausfinde, warum die Tage die man am meisten genießen will, so schnell vergehen und die unnötigen Tage sich wie Kaugummi ziehen. 



Nach guten vier Monaten als Aupair, nach vier Monaten in Österreich kann ich einiges behaupten. Ich habe viele Dinge hinzugelernt, ich haben einen weiteren Teil von mir selbst kennengelernt und gemerkt das nichts die Familie/ das gewohnte Umfeld ersetzten kann. Und ein weiterer größerer Punkt : ich habe das Aupairleben sowas von satt^^ Es steht außer Frage, das ich gerne mit den beiden Jungs zusammen bin, gerne mit ihnen Zeit verbringe, aber das wars auch. Ich bin froh, das ich diese Erkenntnis machen dürfte, denn nun weiß ich, dass ich diesen Weg nicht nochmal wählen werde. Das und ein paar andere Dinge waren ausschlaggebend dafür, das ich meine Zeit hier verkürzen werde und nun meine letzten zwei Monate hier auf mich warten. Ich bereue die Entscheidung nicht, jedes abgeschlossene Kapitel macht Platz für ein neues. 


                                       Allerliebste Grüße und bis bald, Charleen. 

Donnerstag, 5. November 2015

#Update1 - zwei Monate in Österreich

Hello November! Mir wird eigentlich immer erst bewusst, wie schnell der Monat vergangen ist, wenn ich vor dem Laptop sitze und diesen einen Blogpost schreibe. Diese acht Wochen, die ich bereits hier bin kommen mir bereits vor wie eine halbe Ewigkeit und deswegen schaue ich Leute die mich fragen, ob ich mich gut eingelebt habe im ersten Monat immer wieder seltsam an. Was kann ich aus meinem Monat erzählen? Abgesehen davon das die Temperaturen von siebzehn Grad auf ganze fünf Grad gesunken sind, es bereits schon um halb fünf dunkel wird und die Läden seit September mit Weihnachtsdekoration ausgestattet sind? Aber jetzt mal zu den wirklich positiven Erlebnissen: meine Familie hat mich besucht & gemeinsam haben wir die bekannten Tourisachen abgeklappert.  Zum Beispiel Schloss Schönbrunn oder den Donautower mit der besten Aussicht auf ganz Wien.  Ich glaube das beste an Auslandsaufenthalte ist einfach, das mehr Zeit für alles hat. Man hat nicht nur ein Wochenende um alles sehen zu können, sondern neun ganze Monate.



Mein nächstes Highlight: ich dürfte einen Kürbis ausschnitzen. Gemeinsam mit meinem großen erweckten wir unseren eigenen Kürbis zum Leben! Nie hätte ich gedacht, das es wirklich so viel Spaß machen kann!! Es ist also immer noch fraglich, wer mehr Spaß hatte..ich oder mein großer. Und passend dazu, wurde ich dann zum Kürbisfest im Kindergarten eingeladen. Mit Laternen, mit Kürbisliedern und Geschichten und Kürbiscremesuppe.  Es war zwar eisig kalt, aber so so schön und ich bin immer so glücklich darüber, so winzige Momente miterleben zu dürfen.  


Eigentlich wird es hier nie langweilig, dafür sorgen jedenfalls meine Gastkinder. Ich weiß gar nicht wie es beschreiben soll, aber zu sehen was die Kinder Tag für Tag neues entdecken und lernen, ist wohl das beste was man während der Arbeit erleben kann. Mein kleiner fängt an immer mehr Wörter zu lernen. Und verteilt nun sogar Küsschen an mich! Mein großer fängt an, immer mehr die Toilette der Windel vorzuziehen und kann nun ganz alleine die Schuhe anziehen. Es sind also wirklich die kleinen Dinge, die die Tage einzigartig machen. 


Das richtige Heimweh hat mich immer noch nicht überkommen, vielleicht weil ich einfach nicht weit genug weg bin. Was natürlich nicht heißt, das ich meine Familie nicht vermisse. Es gibt oft Momente an denen ich mich mal schnell, an einen gewissen Ort beamen würde. Und es gibt oft Momente an denen ich zweifel, ob das alles eine gute Idee war. Oder Momente an denen ich mit allem unzufrieden bin. Aber wann gibt es diese nicht? 


                                 Allerliebste Grüße, Charly ♥